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Die Renaturierung der Werre in Detmold kann beginnen

Voraussichtlich Anfang 2021 beginnt die Umgestaltung des Werreufers in Detmold: Der "Trittstein Kuhkamp" wird mit einen Landeszuschuss von 426.000 Euro  gefördert. Den Förderbescheid dafür nahm der scheidende Bürgermeister Rainer Heller von Lutz Kunz (Bezirksregierung Detmold) gemeinsam mit Vertretern der anliegenden Schulen im Oktober 2020 entgegen. Die Renaturierung der Werre in Detmold im Bereich „Kuhkamp“ ist ein Teilbaustein der gesamträumlichen Betrachtung "Die Werre - ein Fluss der OWL verbindet" im Rahmen der REGIONALE 2022.

Schülerinnen und Schüler der Detmolder Realschule I und des Gymnasium Leopoldinum hatten mitentschieden, wie es am Rande ihrer Schulhöfe künftig aussehen soll. Unter der Anleitung von Lehrkräften, externen Fachleuten, zwei Studenten der TH OWL und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt Detmold ist eine Vorplanung durch Schülerinnen und Schüler für das rund 600 Meter lange Werre-Teilstück nahe der beiden Schulen entwickelt worden. Die Arbeit der Schülerinnen und Schüler ist von einem Ingenieurbüro zu einer Entwurfsplanung weiterentwickelt worden, die schließlich durch die Untere Wasserbehörde des Kreises Lippe genehmigt wurde.

Die Gesamtkosten für das Projekt werden etwa 2,5 Millionen Euro betragen. Im ersten Bauabschnitt entsteht unter anderem das Rückhaltebecken sowie Rad- und Gehwege. Außerdem wird die eigentliche Renaturierung der Werre angestoßen.

„Das Projekt Trittstein Kuhkamp ist ein Beispiel für hervorragende Zusammenarbeit von Stadt und Schulen vor Ort. Hier können die Schülerinnen und Schüler von der Idee bis zur Umsetzung mitwirken; das ist einzigartig und modellhaft. Gleichzeitig wird die Werre in den Themen Hochwasserschutz und ökologische Entwicklung fit gemacht. Ich freue mich, dass damit ein wichtiger Baustein für die Werreentwicklung insgesamt jetzt umgesetzt werden kann", lobt Annette Nothnagel, Leiterin der REGIONALE 2022 bei der OWL GmbH.

Auch Lutz Kunz, Abteilungsdirektor der Bezirksregierung Detmold, dankte der Stadt Detmold für ihr großes Engagement zur naturnahen Gewässerentwicklung: „Die Renaturierung der Fließgewässer ist ein wichtiges Zukunftsthema. Lebendige Gewässer tragen zur Vernetzung von Lebensräumen und damit zum Erhalt der Biodiversität bei.“ Die Maßnahme verbessere außerdem die Anpassungsfähigkeit an die Folgen des Klimawandels, beispielsweise durch die höhere Rückhaltewirkung der umgestalteten Flächen bei Starkregenereignissen, sagte Kunz. Mehr noch: Die bauliche Umsetzung der Renaturierung leiste einen Beitrag zu Sicherung von Arbeitsplätzen in der Region. „Besonders freut mich, dass die Stadt mit der Realschule I und dem Gymnasium Leopoldinum zusammenarbeitet und Schülerinnen und Schüler etwas über ihre Umwelt lernen“, sagte Kunz.

Schüler Emil Stövesand (von links), der scheidende Bürgermeister Rainer Heller, Lutz Kunz (Bezirksregierung), Schülerin Irma Freitag, Andreas Hoffmann (Stadt Detmold), Alexandra Wiemann, Stefan Mühlenberend (Schulleiter Realschule I) und die Schüler Milana Franz und Leon Podkowa bei der Übergabe des Förderbescheids. | Bild: Stadt Detmold

Karlheinz Meier am 23.11.2020
Mit dieser Stellungnahme beziehe ich mich auf das Gesamtprojekt "Die Werre, ein Fluss, der OWL verbindet". Dort lässt sich ein Kommentar nicht eingeben.
Dieses für die REGIONALE 2022 eingereichte Gesamtprojekt soll zu einer ganzheitlichen Berachtung des Gewässers führen und dazu die Zusammenarbeit aller Anrainerkommunen organisieren. Leider haben Sie die Anrainerkommune Leopoldshöhe übersehen und die wichtige Rolle des Werrewasserverbandes völlig außer Acht gelassen. Allerdings sind dessen auf den Bau von überörtlichen Hochwasserrückhaltebecken begrenzten satzungsgemäßen Aufgaben viel zu eng gefasst.

Sehr richtig wird dargelegt, dass die Werre annähernd durchgehend begradigt, verbaut und von den umgebenden Auenlebensräumen weitgehend abgekoppelt ist. Das müsste schon längst überwunden sein, hätten die Kommunen ihre aus der rechtsverbindlichen, im Jahre 2000 in Kraft getretenen Wasserrahmenrichtlinie resultierenden Verpflichtungen erfüllt. Dazu hatten die Räte im Jahre 2012 verbindliche Handlungskonzepte beschlossen, denen Umsetzungsfahrpläne zugrunde liegen. Diese Fahrpläne beruhen auf einem Strahlwirkungskonzept, dessen Funktionselemente aus Strahlursprüngen, Strahlwegen und Trittsteinen bestehen. In den Strahlursprüngen in der freien Landschaft zwischen den Ortlagen muss sich die Gewässerdynamik frei entfalten können. Das erfordert die Bereitstellung der dazu nötigen Flächen. Als Strahlwege werden die mit diesem Anspruch nicht entwicklungsfähigen Ortspassagen bezeichnet. In den Strahlursprüngen entwickelt sich eine lebendige Vielfalt an Wasserorganismen, Um die Strahlwege schadlos überwinden zu können, dürfen diese Passagen entweder nicht zu lang sein oder sie müssen mit Trittsteinen ausgestattet werden.

Um einen solchen Trittstein handelt es sich bei der Umgestaltung der Werre im Kuhkamp in Detmold. Diese Zusammenhänge müssen Sie in dem Projekt zur REGIONALE 2022 schon darlegen, um es der Öffentlichkeit verständlich zu machen. Die Stadt Detmold hat als einzige Anliegerkommune der Werre etliche der Funktionselemente Strahlursprung, Strahlweg und Trittsteine zeilführend umgesetzt. Für den Anspruch des Gesamtprojektes der REGIONALE 2022 “Die Werre, ein Fluss, der OWL verbindet” müssten die Anrainer schon angehalten werden, diesem Beispiel zu folgen. Eine derartige “Gesamtäumliche Betrachtung und Aufbau einer Kooperationsstruktur” ist in der Projektbeschreibung nicht auffindbar. Das Gesamt-Werreprojekt wird daher sein Kooperationsziel verfehlen.
Melanie Adriaans am 26.11.2020
Sehr geehrter Herr Meier,

vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihre Anregungen.
Wie Sie sicher nachvollziehen können, ist bei diesem komplexen Projekt eine gewisse Verallgemeinerung in der Kommunikation erforderlich. Viele der von Ihnen genannten Aspekte sind aber in der fachlichen Arbeit bereits berücksichtigt. Wir halten die enge Kooperation der Anrainerkommunen und die Zusammenarbeit mit dem Werre-Wasser-Verband für eine sehr wichtige Grundlage, um die Gewässerentwicklung abgestimmt voranzutreiben. Daher freuen wir uns über die entsprechende Initiative und das Engagement der neun Städte an der Werre.

Wir laden Sie herzlich zu einem weiterführenden Austausch und Informationsgespräch zum Werre-Projekt ein. Schreiben Sie uns gern Ihre Kontaktdaten an urbanland@ostwestalen-lippe.de.

Viele Grüße
Ihr Team der REGIONALE 2022

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