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Das neue Stadt Land Quartier

Quartierszentrum Wippermann

Ein kooperatives Bildungs- und Begegnungsangebot für Stadt und Umland

B
Status
Quartierszentrum Wippermann 32657 Lemgo

Moderne bauliche Sanierung und neues Nutzkonzept für das Historische Haus Wippermann in der Innenstadt von Lemgo


Die Alte Hansestadt Lemgo mit rund 40.000 Einwohnerinnen und Einwohnern kann stolz auf ihren herausragend erhaltenen und sanierten historischen Stadtkern sein. Direkt am zentralen Marktplatz stand ein jahrhundertealtes Gebäude jahrelang leer. Dieses Problem kennen auch andere Städte, die ähnlich wertvolle Bauten besitzen. Die denkmalgerechte Sanierung ist eine komplexe Aufgabe und moderne Nutzungen passen oft nicht in historische Raumzuschnitte. Daher findet sich selten ein privater Investor für diese Aufgabe. Das 1576 errichtete Haus Wippermann wird nun von der Stadt Lemgo zu einem lebendigen Quartierszentrum mit Ausstrahlung in das Umland umgebaut. Damit entsteht direkt am Markt ein neuer Anlaufpunkt, wo vorher die Tür dauerhaft verschlossen war.

Der REGIONALE-Projektkandidat Quartierszentrum Wippermann hat zwei bemerkenswerte Komponenten: Neben der denkmalgerechten Sanierung und Gestaltung der baulichen Hülle ist das engagiert und innovativ gestaltete Nutzkonzept hervorzuheben: Das Zentrum ist verankert im Herzen des Quartiers und vernetzt mit den Dörfern. Es versteht sich als Dritter Ort für Begegnung und Identifikation und begreift die aktuellen gesellschaftlichen Themen als Aufgabe, sich mit dem Wandel zu beschäftigen und das Programm dynamisch auszurichten. Ein roter Faden ist die Bildung, und auch hier wird nach dem neuen Verständnis von Lehren und Lernen gesucht.

Die Projektträger Alte Hansestadt Lemgo und die Volkshochschule Detmold-Lemgo (VHS) arbeiten mit zahlreichen Partnern zusammen. Die VHS wird als Ankernutzerin einziehen und Angebote entwickeln, unter anderem in den Bereichen Integration, Inklusion und Ehrenamt. Zu den Partnern zählen insbesondere die Technische Hochschule OWL („Institut für Wissenschaftsdialog"), die Stiftung Ebenezer und ein Mehrgenerationenhaus. Innovativ ist auch der interkommunale Ansatz, mit dem Strahlkraft in den ländlichen Raum entsteht. In Zusammenarbeit mit dezentralen Aktivitäten der Volkshochschulen, der Technischen Hochschule OWL und den Heimatvereinen entstehen in den kleineren Kommunen Dörentrup, Horn-Bad Meinberg, Schlangen und Kalletal zusätzliche Lernorte als temporäre Außenstellen. Ein Beispiel dafür ist die Dorf-Hochschule in Kalletal-Bavenhausen.

Bisher ist das Lemgoer Haus Wippermann in der historischen Altstadt vor allem als Herkunftsort eines gleichnamigen Getränks bekannt: In dem 1576 noch im Stil der Spätgotik erbauten Denkmal war lange eine Destillationsanstalt ansässig.  Die Aufgabe ist bei der Sanierung auf die historische Bausubstanz des Gebäudes aus der Weserrenaissance Rücksicht zu nehmen und dennoch eine moderne Nutzung zu ermöglichen. Beispielsweise durch die sensible Einfügung neuer Bauteile mithilfe großflächiger Verwendung von Glas. Hinzu kommt das Ziel einer ökologisch nachhaltigen baulichen Ausführung. Die anspruchsvolle Planung liegt in den Händen der städtischen Gebäudewirtschaft Lemgo und erfolgt in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege. Auch die zukünftigen Nutzerinnen und Nutzer werden einbezogen. Beim Umbau werden innovative Techniken eingesetzt. Sie erlauben beispielsweise, bei der Schadstoffsanierung die historischen Schichten des Hauses Wippermann zu erhalten und sichtbar zu machen. Das Vorgehen ist auch für andere Projekte dieser Art modellhaft. Der weitgehende Verzicht auf Lüftungsanlagen und die Nutzung der natürlichen Querlüftung tragen zu einem minimalen Strombedarf bei. Die Wärmeversorgung erfolgt durch Fernwärme.


Projektverbund: Stadtgesellschaft im Denkmal

Die fünf Städte Bad Driburg, Horn-Bad Meinberg, Höxter, Lemgo, Nieheim mit einer Einwohnerzahl zwischen 6.000 und 40.000 und ein Quartier der Großstadt Paderborn haben sich im Projektverbund „Stadtgesellschaft im Denkmal“ zusammengefunden. Ziel ist, durch die Aufwertung strukturschwacher Ortskerne der schwach ausgeprägten bis negativen Bevölkerungsentwicklung etwas entgegenzusetzen.

In dem gemeinsam finanzierten und vom Land Nordrhein-Westfalen unterstützten Kooperationsprojekt werden fachlicher Austausch, Beratung und konkrete Zusammenarbeit organisiert. Dabei geht es sowohl um Fragen der Baukultur im Umgang mit den wertvollen historischen Gebäuden, als auch die Entwicklung neuer Nutzungsmodelle. Unter dem Dach der Kooperation setzen die Städte vor Ort jeweils ein Projekt um. Die Projektpartner streben für die beispielgebende Kooperation und ihre Bauvorhaben die Auszeichnung als REGIONALE-Projekt an, um zur Verwirklichung der UrbanLand-Strategie beizutragen und ein Modell für das Handlungsfeld „Stadt-Land-Quartier“ zu sein.


Projektfamilie: Integrierte Ansätze für neue lebendige Quartiere

Das UrbanLand OstWestfalenLippe steht für eine integrierte Quartiersentwicklung, die verschiedenste Funktionen zusammenbringt und lebendige, lebenswerte und stabile Orte entstehen lässt.

Dabei sind je nach Standort und räumlicher Lage die Herausforderungen und Aufgaben sehr unterschiedlich. Sie reichen von der (Neu- und Weiter-) Entwicklung großflächiger Stadtquartiere bis zur kleinteiligen Intervention in vorhandene Dorfstrukturen. Es geht immer darum – zugeschnitten auf den jeweiligen Standort – die Bedürfnisse der Menschen und das Miteinander der Nutzenden in den Mittelpunkt der Quartiersentwicklung zu rücken.


Meilensteine

Einreichen des Projekts
für die REGIONALE
09/2018
C-Status
11/2019
B-Status
Das UrbanLand-Board verleiht den B-Status
ab 2. Quartal 2020
Programmplanung und Vorbereitung „Bürgerbildung im Baudenkmal“
4. Quartal 2020
Baufertigstellung und Eröffnung

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